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Anmerkung:
Die Angaben über die Einheiten und deren Stationierungen stellte dankenswerterweise
die Herren Gerhard Friedrich Dose und Prof. Dr. med. Dieter Gröschel, Charlottesville, VA, USA, zur Verfügung.
Beobachter:
Franz-Joseph Baron von Lilien, Erbsälzer zu Werl
Baron von Lilien wurde am 5. Juli 1891 in Wiesbaden geboren. Die Familie
zog nach der Geburt Franz-Josephs nach Java, wo der Vater als Plantagenbesitzer früh
starb.
Seine Mutter Pauline, kehrte mit
Franz-Joseph nach Deutschland zurück. Sie heiratete in zweiter Ehe den Apotheker Buck auf Haiti und hatte mit ihm noch einen Sohn. Sie starb 1911 an Malaria.
Franz-Joseph blieb in Deutschland und besuchte die Kadettenschulen, zuletzt in Darmstadt, wo er 1911 auch Page S.K.H. des Prinzen Friedrich Wilhelm von Preußen war.
Während der Ferien war er bei den Schwestern seiner Mutter, entweder auf dem gepachteten Gut seiner Tante Emma-Josepha Stahl, in Holm, aber meistens bei seiner Tante Alwine Jonas, zuletzt in Mölln
(Lauenburg).
Auf Grund seiner Ferienaufenthalte auf Holm lernte er schon als Kadett seinen späteren Piloten Gerhard Petersen kennen, dessen Eltern das
Nachbargut Ovendorf gepachtet hatten.
Nach der Kadettenzeit trat er in das Infanterie-Regiment Graf Barfuss (4. Westfälisches Regiment Nr. 17) ein und wurde mit Patent vom 22. Juni 1912 Leutnant. Er ließ sich dann im Kriege zum Flugbeobachter ausbilden.
Im September 1915 wurde Franz-Joseph als Beobachter nach Rußland versetzt und meldete sich bei der FA 35. Bei seiner Ankunft wurde ihm gesagt, dass sein Flugzeugführer derzeit in der Luft sei und er möge doch die ca. halbe Stunde im Kasino warten. Als Gerhard gelandet war sagte man ihm, dass sein Beobachter angekommen sei und im Kasino warte. Er ging ins Kasino, sah seinen alten Jugendfreund und fragte warum er denn hier sei. Franz-Joseph antwortete ihm, dass er hier als Beobachter zugeteilt worden sei. „Na, dann fliegst Du mit mir“, war die Antwort von Gerhard Petersen.
Das taten sie dann auch bis zum Abzug aus Rußland im Mai 1918. Am 18. August 1917 wurde von Lilien zum Oberleutnant befördert. Er war unter anderem auch Träger des Hohenzollern-Ordens.
Im Mai 1916 lagen sie bei Slonim, wo sie auch der Kaiser aufsuchte, und im August 1916 in
Xaverpol, südlich Slonim. Im Februar 1918 waren sie in Baranowitschi stationiert. Im Mai 1918 verließen sie
Rußland. Nach dem Kriegsende wurde er verabschiedet.
Nach dem Kriege ließ er sich zum Bankkaufmann ausbilden und war zuletzt Direktor der Getreidebank in Hamburg. Er war mit der ältesten Tochter des Getreidekaufmanns Michelsen in Mölln verheiratet.
Während des Krieges 1939 bis 1945 war er nicht Soldat. Er starb für die Familie überraschend
am 5. April 1949 in Hamburg und wurde auf dem Friedhof in Mölln beigesetzt. Die Grabplatte besteht heute noch.
Hiermit weise ich ausdrücklich darauf hin, dass das Copyright der Bilder dieser Seite ausschließlich bei Herrn Gerhard Friedrich Dose liegt. Interessenten, die einen Bericht von seiner Kriegsgefangenschaft im 2. Weltkrieg lesen möchten sei folgender Link empfohlen:
www.collasius.org/ZEITZEUGEN |
Gerhard Marinus August Robert Petersen
Petersen ist am 8. Juni 1894 in Olgersdorf/Mecklenburg geboren. Sein Vater pachtet danach das
Gut Ovendorf in Holstein.
Hier lernte er in den Schulferien schon als Junge seinen späteren Beobachter, Franz-Joseph Baron von Lilien Erbsälzer zu Werl kennen. Er ging in
Bad Oldesloe auf das Gymnasium.
Nach der Schule ging er nach Johannisthal und lernte das Fliegen und machte am 14. Februar 1914 die Flugzeugführerprüfung Nr. 669, auf einer
Jeannin-Stahltaube. Nach guter Vorbereitung absolvierte er am 1. April 1914 einen 11 Stundenflug von Neumünster nach Berlin Johannisthal und gewinnt den Kaiserpreis: “Weltrekord”. Die AEG stellt ihn daraufhin als Einflieger ein.
Bei Kriegsausbruch am 1. August 1914 meldet er sich mit einem AEG-Flugzeug freiwillig zur Armee, wird sofort an der Ostfront eingesetzt. Die Einheit wird zur FA 35 und fliegt Aufklärungsflüge.
Im September 1915, inzwischen Leutnant, wird ihm ein Beobachter zugeteilt. Es ist zufällig sein Jugendfreund, Leutnant Franz-Joseph Baron von Lilien.
Im Mai 1916 lagen sie bei Slonim, wo sie auch der Kaiser aufsuchte, und im August 1916 in
Xaverpol, südlich Slonim. Im Februar 1918 waren sie in Baranowitschi stationiert. Im Mai 1918 verließen sie
Rußland.
Im September 1919 heiratet er in Berlin Gertrude Sophie Jüngel, geb. am 30. November 1894 in Trebbin/Teltow.
Nach dem Krieg war er beim Demoblisierungskommando in
Berlin-Johannisthal, anschließend flog er für die Luftlinie Berlin–Weimar. Danach war er bei der Hamburger Polizei in der Polizeifliegerstaffel.
Nach dem Verbot der Polizeiflieger wechselte er in die Kraftfahrzeugstaffel.
1934 ging er, inzwischen Hauptmann, zur Luftwaffe, war Luftfahrtsachverständiger für Mecklenburg, Pommern und Ostpreußen.
Während des Krieges 1939 bis 1945 war er unter anderem Flughafenbereichskommandant und Divisionskommandeur in Norwegen, bei Kriegsende in Berlin als Oberst.
Petersen kam in russische Gefangenschaft, nach Sibirien, wurde fast blind 1953 entlassen, wohnte erst in Halstenbek, zog am 10. August 1955 nach Hamburg und am 21. Juni 1962 ins Marie-Kroos-Stift in Neugraben.
Anmerkung:
Die Daten nach der Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft 1953 stammen von dem Amt für zentrale Meldeangelegenheiten der Stadt Hamburg.
Gerhard Petersen starb am 07. Juni 1976, einen Tag vor seinem 82. Geburtstag. Seine Frau starb am 12. November 1977.
Die folgenden Bilder wurden mir freundlicherweise von Gerhard Friedrich Dose zur Verfügung gestellt.
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