| 14.12.1917 |
DFW
C.V 6129/17
Die
Besatzung Uffz. Julius Würth (F) und Lt.d.R. Josef Hoferer (B) vom
Feindflug nicht zurück gekehrt.
(I-Luft
207)
Die
Besatzung starteten um 10.17 Uhr zu einem Fotoflug und wurden bei Perthes
bei Charlons-sur-Marne mit ihrer Maschine DFW C.V 6129/17 nach einem
Luftkampf abgeschossen. Unteroffizier Würth wurde dabei getötet -
Leutnant Hoferer wurde am Kopf und Oberarm verwundet und wurde am 5. Mai
1918 in die Schweiz interniert.
Bericht
von Leutnant der Reserve Hoferer über den Luftkampf und seine
Gefangenschaft in seiner Personalakte:
„
Ich erhielt am 13.12. von meinem Abteilungsführer, Herrn Oblt. Mühl, den
Auftrag, am folgenden Morgen zusammen mit einer anderen Besatzung
(Beobachter Leutnant Strauss) die rückwärtigen gegnerischen Stellungen,
besonders Artillerie-Stellungen hinter unseren Divisionsabschnitt zu
fotografieren.
Ich
startete am 14.12. Vormittag gegen 10.00 Uhr mit meinem Führer
Unteroffizier Würth, gleichzeitig mit dem anderem Flugzeug. Gegen 11 Uhr
überflogen wir die feindliche Stellung bei Tahure, bei mäßigem Flak-Feuer. Ich hatte eben gegen
11.20 meinen Auftrag ausgeführt und
wollte Heimfliegen, als ich in ziemlicher Entfernung zwei feindliche
Kampfflieger auf mich zukommen sah. Ich machte sofort meinen Führer
aufmerksam und wir suchten durch beschleunigte Fahrt uns einem Luftkampf
zu entziehen und unsere Linie zu erreichen. Der eine der feindlichen
Kampfflieger hatte uns jedoch bald eingeholt und ich musste den Luftkampf
annehmen. Schon nach 5 Schuss, die ich
etwa 150 mtr. auf den Gegner abgab,
hatte ich Ladehemmung, die ich nicht sofort beseitigen konnte. Auf etwa 50
mtr. eröffnete der Gegner das Feuer, in dem Moment, als unser Flugzeug in
einer steilen Kurve lag. Schon nach den ersten Schüssen rutschten wir in
der Kurve ab und kamen nach etwa 200 mtr. ins Trudeln. Vergebens versuchte
mein Führer die Maschine wieder herauszuholen. Ich hatte den Eindruck,
als ob mein Führer mit leichter Mühe das Steuer handhabte und schloss
daraus, dass ein Steuerkabel abgeschlossen war, die Maschine reagierte
nicht auf die Steuerausschläge. Wir waren inzwischen von 3500 mtr. auf
etwa 2000 mtr. heruntergekommen - noch immer im Trudeln - als von 2 Seiten
auf uns mit Maschinengewehr geschossen wurde. Die Gegner konnte ich nicht
sehen. Ich zählte 8 Geschosseinschläge in die Maschine und zwar konnte
ich genau helle und dumpfere Einschläge unterscheiden. Von diesem
Zeitpunkt hörte jede Steuerbewegung des Führers auf und ich vermute, dass
der Führer tödlich getroffen war. Die Maschine kam dann sehr rasch in
steilen Spiralen herab. Durch den Aufschlag auf den Boden verlor ich das
Bewusstsein und kam wieder zur Besinnung, als man meinen Führer, unter
dem Motor hervorzog. Man erzählte mir später, dass er bereits tot war.
Ich selbst hatte einen Streifschuss am Kopf, Verletzung des Rückgrats,
Ausrenkung des Oberschenkels, Brustquetschung usw. Das Flugzeug war
vollkommen zertrümmert, wie man mir erzählte, war auch der Fotoapparat
zerstört.
Josef Hoferer, Leutnant der Reserve, bayer. Fliegerabteilung(A) 290, zur Zeit
interniert in Luzern Hotel Montana
.
(OP
42110 Hoferer) |